Ein Firewall-System weist eine unverkennbare Analogie zu einem elektronischen Pförtner und einer elektronischen Brandschutzmauer auf. Sie sichert und kontrolliert den Übergang von einem zu schützenden Netz zu einem unsicheren öffentlichen Netz. Dabei muss ein Firewall-Element grundsätzlich zwei Aspekte erfüllen, um der besagten Analogie gerecht zu werden:
Die Brandschutzmauer:
Als erstes ist ein Firewall-Element dafür zuständig einen Bereich in einem Netzwerk abzusichern, um eine Schadensbegrenzung in einem Notfall einzuräumen. Die eskalierende Seite wird so abgeschottet, dass Schäden nicht auf andere Teile des Netzes überschwappen können. Entsprechend wird das Gebäude einer Organisation in bestimmte Abschnitte unterteilt, damit beim Ausbruch von Feuer in einem Segment nicht andere Teile der Lokation ohne weiteres griffig für Schäden werden können. Auf Kommunikationsnetze bezogen bedeutet dies, dass das Firewall-Element das zu schützende Netz gegen Gefahren aus dem unsicheren Netz abkapselt. Es wird nur ein einziger, sicherer und bewachter Durchgang zwischen den beiden Teilnetzen gewährleistet: Der so genannte "Common Point of Trust".
Der Pförtner:
Ein Firewall-System hat zudem die Aufgabe als Analogie zum Pförtner den Transfer zu kontrollieren. Möchte ein Besucher das Gebäude der Organisation betreten, so wird er identifiziert und authentisiert. Mitarbeiter werden als Mitarbeiter vermerkt, und Gäste werden als Gäste notiert. Ausserdem wird kontrolliert, welche Gegenstände in das Gebäude eingeführt und ausgeführt werden. All diese Ereignisse werden sorgfältig beim Pförtner protokolliert, zum Beispiel, wann welcher Besucher gekommen und gegangen ist. Ebenso, wen er besucht hat und welche Gegenstände er beim jeweiligen Übertritt des Kontrollpunktes bei sich trug. Eventuell auftretende Unregelmässigkeiten oder verdächtige Aktionen können anhand der Protokollierung im Nachhinein analysiert werden. Das elektronische Äquivalent zum Pförtner ist ein Firewall-Element, das überprüft, wer aus dem unsicheren Netz auf das zu schützende Netz zugreifen darf. Es kontrolliert, über welche Protokolle und Dienste zugegriffen wird und mit welchen Hosts kommuniziert werden darf. In diesem Sinne ist ein Firewall-System also gleichzeitig eine Brandschutzmauer und ein elektronischer Pförtner. Eine Firewall-Lösung und -Implementierung fällt jeweils sehr individuell aus und muss den jeweiligen Ansprüchen angepasst werden. Ausserdem darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass ein solcher Knotenpunkt technische, personelle, organisatorische und infrastrukturelle Sicherheitsmechanismen erfordert.
Die Zielsetzung:
Ein Firewall-System wird quasi als Schranke zwischen das zu schützende und das unsichere Netz geschaltet, so dass der ganze Datenverkehr zwischen den beiden Netzen nur über das Firewall-Element möglich ist. Ziel dieser Massnahme ist es im Standardfall, das interne Netz (normalerweise das Netz des Betreibers, der auch die Firewall installiert) vor Angriffen aus dem externen Netz zu schützen sowie unerwünschten Datenabfluss vom internen in das externe Netz zu verhindern. Extern steht dabei im Allgemeinen für die Kommunikationszugänge in den WAN-Bereich. Es kann aber auch bei Intranets für die weniger geschützten Bereiche innerhalb eines Unternehmens- oder Behördennetzes stehen. Es stellt also im wahrsten Sinne des Wortes den "Common Point of Trust" für den Übergang zwischen unterschiedlichen Netzen dar. Auf der Firewall werden Mechanismen implementiert, die die ganzen Transaktionen sicher und beherrschbar machen sollen. Dazu analysiert das Firewall-System die Kommunikationsdaten, kontrolliert die Kommunikationsbeziehungen und Kommunikationspartner, reglementiert die Kommunikation nach einer Sicherheitspolitik, protokolliert Ereignisse und alarmiert gegebenenfalls bei bestimmten Verstössen den Security-Administrator. Firewalls werden in erster Linie genutzt, um die Anbindung ans Internet in vielerlei Hinsicht sicherer zu machen. Doch auch das aufteilen in Segmente oder Subnetze macht Sinn; besonders bei grossen Netzwerken. Die Vorteile des "Common Point of Trust" lässt sich auf die geringen Kosten, Umsetzung der Sicherheitspolitik, Möglichkeiten, erhöhte Sicherheit und Überprüfbarkeit aufsummieren.
affa


